Ausgangssituation

Ausgelöst durch die FATCA Regelungen der USA, alle Einkünfte seiner Bürger aus Kapitalvermögen zu besteuern egal in welchem Land diese anfallen, hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ebenfalls eine Meldepflicht über Finanzkonten und deren Erträge eingeführt.
Der CRS - Common Reporting Standard wurde seitdem von mehr als 90 Staaten und Gebieten angenommen und soll durch den gegenseitigen Informationsaustausch eine effektive Besteuerung sicherstellen.

Meldepflicht

Die Verpflichtung zur Meldung von Investoren betrifft nahezu alle Finanzinstitute, Initiatoren und Fonds.
Gemeldet werden dabei grundsätzlich Investoren, die eine ausländische Meldeadresse in einem der teilnehmenden Staaten haben.
Die Meldung umfasst dabei recht detaillierte Informationen zum Investor und den Wert des Investments.
Dazu gehören sämtliche Arten von Einkünften aus dem Kapitalvermögen, das Kontoguthaben sowie Erlöse aus der Veräußerung von Finanzvermögen.
Neben diesen Finanzinformationen müssen zusätzlich personenbezogene Daten, wie Name, Adresse, Kontonummer, und steuerrelevante Daten, wie die Steueridentifikationsnummer, mitgeteilt werden.

Wer davon betroffen ist und wer überhaupt meldepflichtig ist, findet sich detailliert im Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG).
Die daneben veröffentlichten Schreiben des BMF sollen Unklarheiten und Missverständnisse beseitigen und Ausnahmen der Meldepflicht konkretisieren.

Zeitliche Vorgaben

Die zeitlichen Vorgaben der Meldung sind für das Meldejahr 2016 sehr konkret:
Meldende deutsche Finanzinstitute haben bis zum 31.Juli 2017 für das Meldejahr 2016 eine entsprechende Meldung im geforderten Format zu übermitteln.

Fachliche Umsetzung

Um der Meldepflicht nachzukommen, müssen nicht nur Meldungen abgegeben sondern auch andere Aufgaben seitens der Finanzinstitute erledigt werden.
Ist ein Finanzinstitut im Sinne des CRS als meldepflichtig zu betrachten, so hat es nach FKAustG bestimmte Berichts- und Sorgfaltspflichten zu erfüllen.
Dabei steht im Vordergrund dieser Pflichten die Überprüfung der steuerlichen Ansässigkeit der Kontoinhaber. Diese dient dazu, die meldepflichtigen Konten zu identifizieren und im Rahmen der Meldung an das BZSt zu übermitteln. Dabei unterscheiden sich die Identifikationsverfahren nach Konto-Art (Bestands- oder Neukonto) und nach der Rechtspersönlichkeit der zu meldenden Person (natürlich oder juristisch).

Technische Umsetzung

Aufgrund der großen Anzahl an Informationen, möglichen Datensätzen, dem vorgeschriebenen Datenformat und -struktur stellt diese neue Meldeverpflichtung die Finanzinstitute vor eine große Herausforderung.
Zwar können einzelne Datensätze über das BZStOnline-Portal übermittelt werden, jedoch wird das für mittlere und größere Finanzinstitute aufgrund des Eingabeaufwandes nicht die optimale Lösung darstellen.

Einen optimalen Lösungsweg stellt die Nutzung der Software aifExpert sowie der Massendatenschnittstelle des BZSt (ELMA) dar.
aifExpert unterstützt Sie dabei - strukturiert, nachvollziehbar und revisionssicher - dieser Verpflichtung technisch nachzukommen.
Durch eine Schnittstelle zum Anlegerverwaltungssystem xpectoPro können die meldepflichtigen Konten mit geringem Aufwand durch das neue aifExpert Modul in einer Meldung zusammengefasst und anschließend direkt an das BZSt gemeldet werden.
Auch ohne das Anlegerverwaltungssystem xpectoPro können im aifExpert Meldungen in der geforderten Struktur und Format erzeugt werden. Neben einer einfachen Eingabemöglichkeit stellt der aifExpert eine zusätzliche Importfunktion bereit, die die meldepflichtigen Daten aus einer Excel-Datei auslesen kann.

Registrierung und Anmeldung

Um zukünftig am CRS-Verfahren teilzunehmen, müssen sich Finanzinstitute beim BZSt anmelden.
Dies kann über ein Formular auf der Website des BZSt erfolgen.

Finanzinstitute, die die Massendatenübermittlung (ELMA5) nutzen wollen, müssen neben der o.g. Anmeldung eine Freischaltung der Massendatenschnittstelle beantragen.
Die Beantragung und Freischaltung kann dabei bis zu mehreren Wochen dauern. Dies sollte in der Planung der Meldeverpflichtung berücksichtigt werden.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des Bundeszentralamts für Steuern sowie in den Kommunikationshandbüchern zum CRS.
Rechtliche Grundlagen finden sich im FKAustG, KAGB, EU-Amtshilferichtlinie und den aktuellen BMF-Schreiben.

Gerne unterstützen wir Sie bei der technischen Umsetzung und bei technischen Fragen rund um diese umfangreiche Meldeverpflichtung.

Interesse? Spezielle Anforderungen? Weitergehende Fragen? Kontaktieren Sie uns oder melden Sie sich zum Newsletter an.

 

21. März 2017 - xpecto AG - Artur Rung